

Hii,
jetzt ist schon die Hälfte meines Auslandjahres rum und es fühlt sich einerseits so an, als wäre ich schon immer hier und zum anderen, als wäre ich vor ein paar Wochen erst angekommen.
Dieser Bericht wird leider nicht sonderlich lang denn ich habe mich mitten im Januar mit Corona angesteckt (meine gesamte Freundesgruppe hatte es und gefühlt bekommt es hier im Moment so ziemlich jeder).
Aber trotzdem schreibe ich jetzt erstmal etwas von meinem Januar, was erzählenswert ist.
Anfang Januar hatten wir noch Ferien in denen ich viel mit Freunden und meiner Gastfamilie gemacht habe. Wir waren in der mall, haben lange Winterspaziergänge gemacht und die Ferien genossen.


Leider war ich dann nach den Ferien nur eine Woche in der Schule, bis ich dann für zwei Wochen zu Hause bleiben musste, weil ich mich mit Corona infiziert hatte. In dieser einen Woche in der Schule hatte ich dann zum letzen Mal meine alten Fächer und irgendwie war es ein bisschen traurig danach diese Fächer nie wieder zu haben (auch wenn ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste dass ich sie jetzt zum letzten mal hatte). Man hat zum ersten Mal so richtig gemerkt, dass die Zeit hier begrenzt ist und wir das was wir gerade hier haben und erleben dürfen nie wieder haben werden und es einmalig und einfach ein Riesen Geschenk ist hier sein zu sein.
Anyways, es ist auf jeden Fall auch sehr cool jetzt neue Kurse zu haben und neue Leute kennenzulernen, sowohl neue Kanadier, als auch neue internationale, die ende Januar gekommen sind.
Als ich Corona bekommen habe hatte ich erst richtig Angst, dass ich meine Gastfamilie angesteckt haben könnte, aber das war zum Glück nicht der Fall, weil ich sofort in Isolation war. Am Anfang hatte ich mich nur gleich krank gefühlt und dachte ich hätte nur eine Erkältung mit starkem Schwindel und Kopfschmerzen, aber als ich dann von vielen Freunden gehört habe, dass sie positiv sind war mir eigentlich klar, dass ich es auch habe.
Ich war 10 Tage in Quarantäne in meinem Zimmer, durfte nicht raus, es sei denn ich muss in Bad, und meine Gastmutter hat mir immer Essen vor meine Türe gebracht. Am Anfang war es mir so unangenehm meiner Gastmutter zu schreiben, dass ich Hunger habe oder ob sie mir etwas zu essen bringen kann, weil ich mich gefühlt habe, als würde ich zu faul sein mir mein Essen selber zu machen, was natürlich nicht der Fall war haha ich durfte halt einfach nicht raus und konnte auch garnicht. Ich hatte dann nach ein paar Tage wirklich starke Symptome, von Müdigkeit, husten und Schnupfen, zu Fieber und Schüttelfrost. Aber das ging ja auch alles nach ein einhalb Wochen weg, also ich möchte jetzt niemandem Angst machen, dass ihr Corona in eurem Auslandsjahr bekommt. Klar gehen dann zwei Wochen verloren und das ist super ärgerlich und generell ist es blöd krank zu sein, aber auch das übersteht man und man hat danach eine weitere Geschichte die man Leuten erzählen kann.
Also macht euch keine Sorgen im Ausland krank zu werden. Ja es ist blöd und natürlich vermisst man dann sein Zuhause und seine Familie mehr, aber auch hier hat man super Unterstützung und es geht auch vorüber. Ich bin jetzt auch seit zwei Wochen wieder in der Schule, genieße die neuen Fächer und freu mich auf alles was noch kommt, denn das Abenteuer ist noch lange nicht vorbei!
Auch während ich in Quarantäne war hatte ich ja viel Zeit (in der ich hauptsächlich halb Netflix durchgeguckt habe haha), nachzudenken. Ich habe viel darüber nachgedacht wieder Zuhause zu sein bzw. Kanada irgendwann wieder verlassen zu müssen und da ist mir zum ersten Mal so richtig aufgefallen, dass ich garnicht mehr weg will. Ich fühle mich mittlerweile hier einfach so Zuhause und würde am liebsten für immer hier bleiben. Ich habe auch viel darüber nachgedacht, dass mein Auslandsjahr bis jetzt etwas anders ist, als ich erwartet habe. Auf gar keinen Fall schlechter, aber ich hatte irgendwie gedacht, dass ich jeden Tag etwas total krasses erleben werde, obwohl eigentlich das wirklich besondere ist, dass man halt einfach hier in einem komplett anderen Land ist und den Alltag hier kennenlernen darf. Und sobald ich wirklich so richtig im Alltag drin war (nachdem man am Anfang eine krasse Sache nach der andere erlebt hat, was ich immer noch mache, aber nunmal nicht mehr jeden Tag), habe ich angefangen mich hier richtig Zuhause zu fühlen. Und eigentlich ist ja auch genau das das besondere daran in einem anderen Land für so eine lange Zeit zu sein, dass man sich hier einfach ein neues Leben aufbaut, das ich nicht mehr missen will.
Bleibt gesund!
See you soon,
Mara